07.11.2022 | Business Intelligence

Ihre Migration auf Infor d/EPM 12 – nur keine Scheu!

Warum Sie vor der Migration auf Infor d/EPM 12 nicht zurückschrecken müssen – unser Erfahrungsbericht
Michael Gies

Sie arbeiten aktuell mit einer Anwendung, welche auf der Plattform Infor d/EPM® 11 basiert und spielen mit dem Gedanken, auf die Version 12 zu migrieren? Sie haben verschiedene Bedenken, die Sie noch hemmen? Wir haben derartige Migrationen bereits vorgenommen und können Ihnen diese Vorbehalte nehmen. Wir berichten von unseren Erfahrungen, um Ihnen als Systemverantwortliche eine zusätzliche Entscheidungshilfe zur Vorbereitung auf die technologische Umstellung auf Infor d/EPM 12 an die Hand zu geben.

 

Die Grundsatzentscheidung: Infor d/EPM 12 in der Cloud oder On-Premise

Infor bietet die Software Infor d/EPM 12 sowohl als eine in die AWS-Cloud eingebettete Lösung wie auch als On-Premise-Variante an. Entscheidet sich der Kunde für die Cloud-Lösung, werden alle Aktualisierungen der Software durch die im Paket enthaltenen Services zeitnah automatisiert zur Verfügung gestellt (SaaS). Auch die Hardware, ihre Skalierung und die regelmäßige Sicherung der gesamten Umgebung wird in den Verantwortungsbereich des Providers ausgegliedert. Um die Sicherheit der in den Applikationen gehaltenen Daten zu gewährleisten, werden Kundeninhalte auf AWS-Servern in der jeweiligen Region des Mandanten (z.B. Frankfurt, Deutschland) gespeichert.

Fällt die Entscheidung zugunsten einer On-Premise-Umgebung, so liegt die Verantwortung für die Aktualisierung von Soft- und Hardware einschließlich zugehöriger Backup-Routinen weiterhin in der Hand des Kunden. Bei beiden Optionen können eventuelle Updates Infor-eigener Applikationen vom Kunden je nach Bedarf eigenständig vorgenommen werden. Ob Sie die Cloud-Variante wählen oder sich eher für die On-Premise-Lösung entscheiden, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Größe der Applikation oder ihren Firmenrichtlinien ab und muss im Einzelfall evaluiert werden.

 

Die Migration von Rollen, Usern und Berechtigungen

Als Vorbereitung auf die eigentliche Migration müssen Rollen mit deren zugeordneten Berechtigungen sowie Basic Groups und User im Farm-Repository von Infor d/EPM 12 bekannt gemacht werden. Als Farm wird dabei die Gesamtheit der Infor-Umgebung bezeichnet. Hierbei bietet es sich an, einen prozessunterstützten Import dieser Objekte aus der Berechtigungsverwaltung unter Infor 11 durchzuführen. An dieser Stelle findet auch ein Review der Berechtigungssystematik statt, aus dem entsprechende Korrekturen bzw. Bereinigungen abgeleitet werden können. Die Neukonfiguration des Berechtigungsmanagements muss also nicht zwingend manuell erfolgen und verringert somit den damit verbundenen zeitlichen Aufwand.

 

Die Einrichtung der Authentifizierungsmethode in Infor d/EPM 12

Mit den „Infor Federation Services“ wird in der Version 12 ein Authentifizierungssystem zur Verfügung gestellt, mit dem – wie schon unter Infor 11 – ein Single Sign-On der Applikation eingerichtet werden kann. Voraussetzung hierfür ist die Bereitstellung von Infor OS, das in der Cloud-Variante bereits inkludiert ist. Geschieht die Authentifizierung mittels der Active Directory Federation Services (ADFS) von Microsoft, so kann in On-Premise die kostenfreie Komponente Infor OS Light eingesetzt werden. Zusätzlich werden für eine On-Premise-Installation die herkömmliche „Basic“-Authentifizierung und eine LDAP-Authentifizierung angeboten.

 

Die Migration des Datenmodells

Bei der Migration des Datenmodells in die unter Infor d/EPM 12 neu erstellte Applikation werden alle bis zum Zeitpunkt der Übernahme enthaltenen Inhalte übernommen. An dieser Stelle ist auch die Bereinigung veralteter Strukturen bzw. Daten sinnvoll. Existieren mehrere Infor-Datenbanken, empfehlen wir gegebenenfalls die Zusammenführung dieser zu einem zentralen OLAP-Modell der Applikation. Bei diesem Migrationsschritt werden zudem alle grundlegenden Einstellungen der Datenbank in Abstimmung mit den Anforderungen des Kunden eingerichtet. Das erneute Einspielen einzelner Objekte (Cubes, Dimensionen, …) ist nach dem initialen Import des Datenmodells jederzeit möglich, sodass Inhalte vor einer Produktivsetzung problemlos auf den aktuellsten Stand gebracht werden können.

 

Die Aktivierung der Modellierungswerkzeuge in Infor d/EPM 12

Metadaten, die den Aufbau des Datenmodells definieren, werden in der Version 12 zentral in der Infor-eigenen Staging-Datenbank relational vorgehalten. Im Rahmen eines Migrationsprojektes  werden aktuelle Modell-Strukturen in das „Relational Modeling“ und das angegliederte „OLAP Modeling“ der Plattform überführt. Durch diese neu entwickelten Modellierungsmechanismen können Strukturen gepflegt und jederzeit einzelne Dimensionen oder wahlweise das gesamte Modell mit den durch den Systemverantwortlichen hinterlegten Änderungen aufgebaut werden. Anders als unter der Version 11 können Modelländerungen in Infor d/EPM 12 nur noch über die erwähnten Methoden und nicht mehr unmittelbar in der OLAP-Datenbank vorgenommen werden.

In Ergänzung zu den Möglichkeiten der Strukturpflege werden für den Aufbau von Datenlade-Prozessen für alle relevanten Datenwürfel entsprechende Faktentabellen eingerichtet. Diese werden durch das Ausführen von Load Queries befüllt und ermöglichen den Datenimport in die zugehörigen Cubes unter Verwendung konfigurierter Fakt-Mappings.

Auch der Aufbau der hier genannten Grundfunktionalitäten kann Bestandteil des Migrationsprojektes sein.

Auch wenn die On-Premise-Variante die Verwendung externer ETL-Werkzeuge erlaubt, empfehlen wir aus Stabilitäts- und Performance-Gründen mit Nachdruck die Verwendung der integrierten Modellierungs-Tools der d/EPM 12.

 

Die Migration von Application Studio-Berichten und Dashboards

Unter Infor 11 erstellte Application Studio-Berichte und -Dashboards lassen sich grundsätzlich problemlos in die Applikation unter Infor 12 überführen. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass die zu importierenden Reports kein Application Studio Scripting enthalten. In der Vergangenheit häufig über Scripting gelöste Funktionalitäten, wie das Versenden von Emails oder die Nullzeilenunterdrückung, können unter Infor d/EPM 12 durch im Standard enthaltene Methoden ohne größeren Aufwand ersetzt werden. Letztendlich muss der Migrationsaufwand aller per Scripting realisierte Individualentwicklungen jedoch im Einzelfall geprüft werden.

 

Die Migration von Excel-Berichten

Für eine vereinfachte und schnelle Migration von OfficePlus-Formelberichten stellt Infor ein zuverlässiges Migrationswerkzeug zur Verfügung, mit dem die gängigsten Formeln in eine für die Excel-Integration der Infor d/EPM 12 kompatible Syntax übergeleitet werden können. Somit werden Ihnen manuelle Umsetzungen erspart. Formeln, die in der Übersetzungsbibliothek des Tools nicht enthalten sind, müssen händisch überarbeitet bzw. durch alternative Funktionen ersetzt werden. Ggf. können an dieser Stelle vor dem Hintergrund einer Performanceoptimierung auch neue Funktionalitäten der Excel-Integration zum Einsatz kommen. Der Gesamtaufwand für die Umstellung der Excel-Berichte hängt von der Anzahl der Berichte und der Komplexität ihres Aufbaus ab.

 

Die Ablösung ungültiger Funktionsbausteine und herstellerfremder ETL-Werkzeuge

In Vorbereitung der Migration ist zu berücksichtigen, dass durch die Deaktivierung der VB API bisher über diese Komponente realisierte Logiken für das Datenhandling (Strukturupdates, Datentransfers innerhalb der OLAP Datenbank) nicht mehr verwendet werden können. Nicht kompatible Prozesse für den Import, Export oder das Kopieren von Daten werden von unserem Migrationsteam über die in der Version 12 um wesentliche Funktionen erweiterte Infor Application Engine abgebildet und zur Verfügung gestellt.

Etablierte ETL-Werkzeuge, wie der Import Master oder der Infor Designer, können in der Infor d/EPM 12 außerhalb der Infor-Cloud weiterhin betrieben werden. Dies bedeutet, dass bei einer On-Premise-Installation alle bisher erstellten Prozesse uneingeschränkt weiter genutzt werden können. In der Cloud erfolgt die inhaltliche Anbindung an vor- und nachgelagerte Systeme über den Austausch von Dokumenten, die im systemeigenen Data Lake gespeichert werden. Der Data Lake ist hierbei als Container für die Ablage von Dokumenten zu verstehen. Hier können die Outputs von ETL-Prozessen abgelegt und so den Applikationen in der Infor-Cloud zugänglich gemacht werden. Obwohl nicht zwingend erforderlich, ist aber auch bei diesem Szenario ein Umstieg auf die Infor-eigene Komponente Application Engine anzuraten. Die auf die eigene Technologie abgestellten Funktionen bieten hier die optimale Unterstützung bei bester Performance und Stabilität. Zugleich können somit ggf. anfallende Lizenzkosten für die Software von Drittanbietern reduziert werden.

 

Unsere Empfehlung

Mit der Version d/EPM 12 bietet Infor eine im Vergleich zu den Vorgängerprodukten bezüglich Stabilität, Leistungsfähigkeit und Leistungsumfang stark verbesserte Software. Durch regelmäßige (monatliche) Updates stellt Infor zudem die kontinuierliche Erweiterung des Funktionsumfangs sicher. Obgleich bei einer Migration aufgrund der technologischen Neuerungen Anpassungen erforderlich werden, steht dem Wechsel auf die neue Plattform daher ein erheblicher Kundennutzen gegenüber.

 

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