22.03.2022 | Business Intelligence

Von SAP Business Objects zur Data Warehouse Cloud

So gelingt der Wechsel
Philip Jozinovic

 

Ein Wechsel von SAP Business Objects (SAP BO) gerade auf relationalen Reporting Datenbanken zur SAP Data Warehouse Cloud (DWC) und SAP Analytics Cloud (SAC) bringt viele Vorteile mit sich. Welche das sind, haben wir Ihnen in einem vorangegangenen Artikel erläutert. Wie aber setzen Sie den Wechsel um – und zwar möglichst kostengünstig? Und welche bestehenden Entwicklungen können Sie weiter nutzen?

Ähnlicher Aufbau als Voraussetzung

Der Wechsel vom SAP BO zur Kombination aus SAC und DWC fällt, dank eines ähnlichen Aufbaus, vergleichsweise kosten- und zeitgünstig aus und ermöglicht einen Investitionsschutz bestehender Datenbankmodellierungen bei gleichzeitiger Partizipation an modernen Reportingtrends.

Die DWC greift bewährte Ansätze aus SAP BO auf, was einen Wechsel von SAP BO zur DWC unterstützt. Gerade bei Universen auf relationalen Datenbanken gibt es viele Parallelen, die genutzt werden können, um den Wechsel effizient zu gestallten. Die Architektur einer solchen SAP BO-Lösung umfasst grundsätzlich die vier Ebenen der relationalen Datenbankverbindung, der Data Foundation, des Business Layer und des Reporting Frontends.

In der DWC hingegen findet sich eine ähnliche Architektur wieder. Auch hier greift die DWC (virtuell oder persistent) über eine Verbindung auf die Datenquelle zu, analog zur relationalen Datenbankverbindung im SAP BO. Im Data Builder kann ein Datenmodell auf Grundlage dieser Verbindung aufgebaut werden, welches grundsätzlich dieselbe Funktion wie die Data Foundation erfüllt. Die Modellierung der semantischen Objekte für das Frontend erfolgt in der DWC im Business Builder analog zum Business Layer im SAP BO.

 

Vorgehensmodell mit Migrationsszenario

Der gleichartige Aufbau kann genutzt werden, um schnell und kostengünstig den Wandel von SAP BO auf die DWC zu vollziehen, indem bestehende Datenbankobjekte und -prozesse weiter genutzt werden können und SAP BO-Objekte als Vorlage für DWC-Objekte dienen. So kann Investitionsschutz gewährleistet und eine günstige Migration durchgeführt werden.

  • Die bestehende Reporting-Datenbank mit all ihren Prozessen kann weiter genutzt werden, Anpassungen sind hier nicht notwendig. Die DWC kann als virtuelles Data Warehouse fungieren, d.h. auf die Daten virtuell zur Laufzeit zuzugreifen ohne eine persistente Datenhaltung. In einem optionalen zweiten Schritt können die Datenbankprozesse in der DWC nachgestellt werden und die Daten damit persistent in der DWC gehalten werden. Bestehende Datenbank-Prozesse müssen daher nicht zwingend in der DWC remodelliert werden, was eine erhebliche Reduzierung des Aufwandes bedeutet.
  • Objekte der Data Foundation und deren SQL-Codings können als Vorlage für Objekte des Data Builder genutzt werden. Somit kann sichergestellt werden, dass fachlich implizierte Logiken, welche im Entwicklungsprojekt umgesetzt und heute nur mit viel Aufwand nachvollzogen werden können, exakt nachgestellt werden können.
  • Die Modellierung der Dimensionen und Kennzahlen im Business Layer kann ebenfalls als Grundlage für die Objekte des Business Builders genutzt werden.
  • Auf Grundlage der Objekte des Business Builders kann im Frontend entweder mit der SAC inklusive aller zeitgemäßen Funktionalitäten oder mittels eines beliebigen unabhängigen Reporting Tools gearbeitet werden.

 

Diese Migrationsszenarien sind denkbar

Das einfachste und kostengünstigste Migrationsszenario sieht vor, das bestehende Reporting weiter unabhängig von der DWC zu betreiben und neue Anforderungen in der DWC/SAC umzusetzen. Es müssen nur die Universen in der DWC nachgebaut werden, welche für die Umsetzung neuer Anforderungen benötigt werden. Vor allem wenn nur wenige Universen für aktive Weiterentwicklungen genutzt werden, lohnt sich ein solches Vorgehen. Es entstehen also nur geringe Migrationskosten, welche direkt Projekten zugeordnet werden können. Jedoch muss das bestehende SAP BO-System weiterhin betrieben werden.

Das zweite Migrationsszenario sieht vor, die bestehende Reporting- Datenbank an DWC anzubinden und wesentliche Berichte in der SAC nachzubauen. Neue Anforderungen werden hier ebenfalls direkt in der DWC/SAC umgesetzt. Der Charme dieses Migrationsszenarios besteht darin, dass das bestehende Reporting aufgeräumt und verschlankt werden kann und bestehende Berichte optimiert werden können. Die komplette Datenhaltung erfolgt in der bereits bestehenden Reporting-Datenbank, wodurch der Kostentreiber in Form einer Datenbankmodellierung nicht angegangen werden muss.

Das letzte Migrationsszenario sieht eine umfassende Einführung der DWC/SAC vor. Das bedeutet, dass auch die Prozesse der Reporting-Datenbank in DWC übernommen werden. Dieses Migrationsszenario bedeutet den größten Migrationsaufwand, jedoch auch zusätzliche Einsparungen durch den Wegfall der Reporting-Datenbank und des SAP BO-Systems.

Der Wechsel von SAP BO zur DWC kann aufgrund der gleichartigen Architektur kostengünstig bewerkstelligt werden. Über verschiedene Migrationsszenarien kann individuell entschieden werden, wie schnell und weitreichend in die DWC migriert werden soll.

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